Deutschlands Dachschaden

Zunächst zur Steilvorlage, ohne mich zur Überschrift und ihrem Untertitel zu äußern.

Alsdann…

Sehr geehrter Herr Hansen,
wir hatten ja bereits schon einmal das Vergnügen miteinander, wobei ich nicht den Weg über Die Zeit genommen, sondern Sie direkt angeschrieben hatte – natürlich ohne Resonanz. Damit hatte ich auch nicht gerechnet und eine Reaktion Ihrerseits auch nicht für erforderlich gehalten.
Ihrer sprachlich und qualitativ sehr bewegten Zunge, die, ohne jeden Zweifel, durchaus einem feinsinnigen und humorvollen Intellekt folgt, zolle ich großen Respekt. Nur mit dem Intellekt hapert es meines Erachtens nach irgendwie schon doch noch.

Schon, indem Sie einerseits zu begreifen scheinen, oder es vorgeben, dies zu tun, und doch, weil Ihre Kenntnisse andererseits während Ihrer Deutschlanderfahrung ganz offenbar noch keine ausreichende Tiefe erfahren haben.

Ich könnte hier ein kleines Buch füllen, will jedoch Ihre Aufmerksamkeit nicht überstrapazieren. Deswegen beschränke ich mich auf ganz wenige, genau fünf, Punkte.

  • Deutschland braucht Amerika definitiv nicht, um überlebensfähig zu bleiben

Dies will man uns zwar seit Jahrzehnten, seit Nürnberg, daher auch Nürnberger Trichter, im Bewußtsein verankern, funktioniert aber beim aufgeklärten Teil der Bevölkerung, und das werden ständig mehr, als Sie zu denken wagen, nicht.

Was funktioniert, sind Fesseln von transatlantischen Abhängigkeiten, die man sich, zugegeben, im Laufe der Jahrzehnte teils selber auferlegt hat. Hier ist es insbesondere die tödliche und menschenverachtende Fessel des mit mehreren Konstruktionsfehlern behafteten Kapitalismus, der, erdacht von einer kleinen, durchtriebenen, Schar äußerst gieriger Geldsäcke, zu einem kontinuierlichen Geldfluß von Fleißig zu Reich führt. Dies, ohne dass die auf diese Weise Begünstigten auch nur einen Handschlag dafür tun müssen.

Aufgrund des Zins- und Zinseszinses, und ich will jetzt wirklich einmal unterstellen, dass dies auch in amerikanischen Schulen gelehrt wird, muss unser Finanzsystem einer Exponentialfunktion folgen, was als das eigentliche, weil größte, Übel des derzeit etablierten Weltwirtschaftssystems bezeichnet werden muss.

Dieser Effekt erfordert ein exponentiell zunehmendes Wachstum – an sich schon reine Idiotie – denn jeder halbwegs gebildete Mensch sollte erkennen können, dass so etwas nicht möglich ist.

Ihr Land hat nun mal das Pech, sowohl die Protagonisten dieses Systems, als auch ihr Denken als Teil seines nationalen „Kulturgutes“ kritiklos verinnerlicht zu haben. An die Macht kommt in Ihren Vereinigten Staaten nur, wer über entsprechende finanzielle Mittel verfügt, also vom Zins- und Zinseszinseffekt profitiert. Dabei spielt keine Rolle, welche Bildung er hat, von Schwarzenegger, über Reagan, bis Obama.

Letzterer ist mit Unsummen von Geldern amerikanischer, kühl rechnender, Spitzenanwälte gesponsert worden. Die wollen natürlich, dass ihre Investitionen sinnvoll angelegt sind, und damit eine Ausweitung ihrer Macht, durchaus auch in Europa, siehe TTIP und TISA.

  • Deutschland braucht auch nicht die Augenhöhe mit den USA

Wir haben innerhalb der unterschiedlichen Kulturen Europas genug Schwierigkeiten, eine gemeinsame Augenhöhe zu erreichen. Viele Menschen in Europa, nicht nur wir Deutsche, vertreten die Ansicht, dass das auch gar nicht erforderlich ist. Denn wir respektieren eben diese Unterschiede der Kulturen, ohne uns als darüber erhaben zu betrachten.

Wir sind nämlich Nachbarn, verstehen Sie das?
Wir legen ENDLICH Wert auf gute Nachbarschaft, auf ein wachsendes Maß an Vertrauen, Respekt, auf ein gedeihliches Miteinander!
Und wir wollen weder Amerika platt machen, noch streben wir nach Egoismus. Beides ist uns zuwider.

Dabei sind die völkischen Unterschiede und andersartigen Kulturen Europas ein Reichtum, welcher eben nicht erfordert, um die halbe Welt zu reisen, um in den Genuss dieser begrüßenswerten Andersartigkeiten zu kommen.

Das hat vor der zunehmenden Einflussnahme durch diverse US-Avatare auf die Nato und Brüssel auch hervorragend funktioniert, siehe z.B. KSZE.
Erst im Schlepptau der und im Interesse an einer Entzweihung und zugleich Entweihung des europäischen Gedankens durch die Vereinigten Staaten erkennen die bis dahin durch die politischen Systeme ihrer Völker ursprünglich nach Brüssel ausgesonderten, kalt gestellten, weil unfähigen, Politiker ihre Chance, auf die große politische Bühne zurück kehren zu können und mutieren damit ein weiteres Mal zu einer großen Gefahr für Europa. Intelligenz und Toleranz sind nämlich auch in Brüssel Mangelgut.

Die Vereinigten Staaten sind das machtgierigste Konglomerat der Erde, rücksichtslos und ohne jeglichen Respekt gegenüber fremden Völkern, den Aliens, wie sie Ausländer bezeichnen, wenn es um die eigenen Interessen geht. Sie sagen es ja selber ganz deutlich. Die USA setzen ihre Interessen konsequent durch.

Solange nicht nur wir Deutsche derart erniedrigt werden – und dazu das ordentliche Pech haben, dass unsere gewählten Spitzenpolitiker und die Medienmogule, von denen sie sich ihre lukrativen Jobs erbetteln müssen, es sich trotzdem im Analtrakt der Vereinigten Staaten gemütlich einzurichten gedenken, als Schoßhündchen sozusagen, das im Grunde genommen noch in die Hütte gehört, wenn der Hausherr nun mal schlechte Laune hat – wollen wir, das gemeine Volk, doch lieber gänzlich darauf verzichten. Ein Umstand, der in einem Ihrer letzten Beiträge zu den neuen Montagsdemonstrationen sehr respektlos kommentiert worden ist.

Mal ganz davon abgesehen, dass der Begriff Augenhöhe in diese Art der Abhängigkeit nun ganz und gar nicht hineinpasst.

  • Reichstagsbrand reloaded

Seit den Anschlägen hat sich die amerikanische Politik grundsätzlich verändert, und es drängt sich der Verdacht auf, dass mehr von den Nationalsozialisten abgekupfert worden ist, als unbedarfte Zeitgenossen jemals vermuten würden.

Behalten Sie bitte stets im Hinterkopf, dass es Profiteure dieser neuen amerikanischen, oder ist es doch die alte, Politik gibt.

Wesentliche Teile der nationalsozialistischen Wehrtechnologie samt ihrer wissenschaftlichen Köpfe wurden bekanntermaßen in den USA sehr willkommen geheißen. Sie sollten sich auch mal mit dem MindControlProgram beschäftigen, also mit den Verschwörungstheoretikern Ihres eigenen Kulturkreises, bevor Sie sich mit unseren, von Ihnen als Verschwörungstheoretiker pauschal abgestempelten, durchaus ernst zu nehmenden, kritischen, Köpfen befassen.

Die NSA passt jedenfalls ganz hervorragend in dieses Konzept, von den Methoden der CIA ganz zu schweigen. Ihr damaliger Präsident, GWBush, den man in diesem Zusammenhang sogar so etwas wie Ehrlichkeit nachsagen kann, hat seinerzeit doch ganz unmissverständlich und offen darüber referiert, dass ein gerüttelt Maß an Desinformationspolitik als politisches Kalkül, wenn nicht gar Taktik, sehr wünschenswert ist, um den Interessen der amerikanischen Kritiker und Gegner zu schaden.

Fragen wir doch einmal anders herum.
Wen haben die Amerikaner denn nun weltweit als Freunde? Fällt Ihnen darauf etwas Passendes ein? Also ich sehe da weit und breit gar Niemanden, von unseren Inselbewohnern, den Angelsachsen, einmal abgesehen! Weil da sonst keiner ist! Selbst während meines letzten Urlaubs, in Thailand, konnte ich, ohne gefragt zu haben, erfahren, dass die Amis nur dann etwas investieren, wenn letztlich etwas dabei heraus kommt, also wenn es um ihre eigenen Interessen und Vorteile geht. Wenn das die Vorstellung von Freundschaft ist, Herr Hansen – NEIN DANKE!

  • Teile und Herrsche

Dieses Prinzip ist von maßgeblichen Leuten Ihrer Vereinigten Staaten zwar nicht erfunden, aber auf eine Weise perfektioniert worden, wie es seinesgleichen nirgendwo in der Welt gibt. Das geschieht im Verbund mit einer grenzenlosen Gier nach Rohstoffen und Money, den Raubbau der gesamten Welt bewußt in Kauf nehmend, also durch Raubbau am Eigentum anderer Völker, und einer darüber hoch entwickelten, hoch intelligenten, hoch Risiko haltigen Strategie, religiöse, ethnische und an Besitzständen orientierte Unterschiede gegeneinander zu entfesseln, um auf dem Rücken derart entfesselter Dämonen als heldenhafter Cowboy einzureiten und so die geschädigten Völker, schlicht und ergreifend, auszurauben.

Kaum ein Putsch, kein Umsturzversuch, ohne dass nicht zugleich amerikanische Interessen damit vertreten werden. Gegner, die dieses miese Spiel durchschauen, werden liquidiert, ihr Land, je nach Erfordernis, dem Erdboden gleich gemacht. In Mittel- und Südamerika, in Nordafrika, in Afghanistan, im Irak und auf der Krim.

Auf dem Maidan konnte man werbeträchtig Ihre Agitatorin, Victoria Nuland, welche gerade einmal die gesamte EU ficken wollte, zusammen mit Mc Cain, Brötchen verteilender Weise beobachten. Wie dämlich und durchschaubar ist das denn? Damit lassen sich vielleicht amerikanische Wähler beeindrucken, keinesfalls aber europäische.

Putin, der das Land mit moderaten Energiepreisen zu stützen versucht und für Sewastopol einen Haufen Geld pro Jahr auf den Tisch legt, hat bereits mehr für die durch Potentaten ausgeraubte Ukraine und die Krim getan, als Ihre Vereinigten Staaten es jemals beabsichtigen und muss sich als anektierendes „Ungeheuer“ in der gesteuerten westlichen Presse verunglimpfen lassen! Derweil sind Auftragssöldner der USA damit beschäftigt, alles zu torpedieren, was einer Einigung gleich käme. Hier Brötchen, dort Killer!

Kein Wunder, dass Putin die Rohstofflieferungen einstellt, wenn sie nicht mehr bezahlt werden.  Zudem hat dieses „Ungeheuer“ es doch tatsächlich gewagt, den seitens der USA bereits gehuldigten, russischen und sonstigen, Geldoligarchen, die auf dem besten Wege waren, ihre eigenen Völker zu berauben und damit mächtig reich zu werden, in den Hintern zu treten.

Und dieser, von der USA- Administration als „Zarenkasper“ dargestellte, Mann hat mit den Chinesen, einem Gläubiger Ihrer Nation, auch noch einen 400 Milliarden $ schweren Rohstoffdeal zustande gebracht, der auch noch über Rubel und Yen abgewickelt werden soll. So was aber auch!

Das muss bestraft werden. So etwas vergessen Ihre Administration und deren Finanziers in Washington nicht. Und dann schließlich – ist selbst ein arschkriechendes Schoßhündchen, wie Germany, gerade recht, und es wird abgerichtet, sich in Zukunft als wilder Kettenhund zu präsentieren, wenn man es dem bösen Russen endlich heimzuzahlen gedenkt.

Zugleich stellt sich Ihr Reich, sollte ich nicht da sogar sagen, das eigentliche Vierte Reich, als Wiege der Freundschaft, Toleranz und Demokratie dar? Ist das die Art deutsch-amerikanischer Freundschaft, die Sie sich im Stillen wünschen?

  • Fragen über Fragen

Erklären Sie mir bitte einmal schlüssig, wie ein Land mit derart hohen Schulden derart große Töne von sich geben kann? Wenn Sie das nicht können, erkläre ich Ihnen das einmal. Und damit kommen wir zu einem ganz anderen Problem.

Der Glanz, den das amerikanische Volk mit der Unabhängigkeitserklärung einst spürte, ist verblichen. Die USA sind so abhängig von ihren selbst gezüchteten Geldmächtigen, wie der Meister vom Zauberlehrling oder der Heroinsüchtige von der Nadel, von eben diesen Geldmächtigen, die durch die etablierte, weltweit praktizierte, Zins- und Zinseszinspumpe mit Finanzmacht ausgestattet wurde, und zwar in einer Größenordnung, wie man sie sich schwer vorstellen kann. Denn, das sollten Sie als kluger Mensch nun wirklich wissen. Den Schulden, in denen die Welt versinkt, stehen diese gewaltigen Vermögen gegenüber.

Die USA haben keine Macht mehr. Diese Macht liegt in Händen dieser Finanzmächtigen, deren finanzielle Zuwächse folgen unerbittlich der bereits erwähnten Exponentialfunktion. Diese Vermögen haben damit eine Größenordnung erreicht, welche es locker gestattet, den stets im November erneut betteln müssenden Präsidenten samt seiner Staats tragenden Angestellten zu bezahlen, darüber hinaus sämtliche Rüstungs- und Kriegsvorhaben zu ermöglichen, um ausschließlich ihre Interessen, nicht die Interessen des geknechteten amerikanischen Volkes oder sonstiger Völker durchzusetzen.

Das in Ihrem Land veranstaltete Wahlspektakel ist, wie übrigens in unserem Land auch, ein großes Schauspiel mit Schauspielern und Komparsen, Haupt- und Nebenrollen.

Wirft man einen Blick auf den in Ihrem Reich veröffentlichten Schuldenzähler, der im Grunde nichts Anderes als Angst verbreiten soll – auffällig oft ist die Federal Reserve aus der über die Mausführung sichtbar werdenden  Felderklärung zu entnehmen – wird leider sichtbar, dass die US-Uhr längst abgelaufen ist. Das kapitalistische System hat sich selber, von ganz alleine, und erneut an den Abgrundrand gebracht. Nochmals sei darauf hingewiesen, dass so, wie sich diese Schulden hier darstellen, zugleich die Vermögen der sich ständig bereichernden Erpresser, denen, wie bereits gesagt, auch Ihre Nation unterworfen ist, vermehren. Berücksichtigt man ferner, dass es sich dabei in der Hauptsache um Giralgeldberechnungen handelt, deren reale Werte niemals getilgt werden können, wird das ganze Affentheater, das der Homo sapiens hier spielt, noch perverser.

Zu einem geordneten Konkurs, zu konsequenten Reformen des Geld- und Wirtschaftssystems, vor allem zu einer Entkoppelung der damit verbundenen, versklavenden, Kraft einerseits, und der privaten Hände der Gelddrucker, welche das offenbar zu ihren Gunsten als von Gott gegeben auslegen, andererseits, haben Ihre Vereinigten Staaten weder den Mut, noch das Verstandespotential.

Jeder, der sich unter Ihren Schauspielern und Komparsen um einen wirklichen Kurswechsel erkennbar bemüht, kommt erst dann aus der Deckung, wenn er eigentlich keine Rolle mehr spielt. Der Rest wird entsorgt oder gar umgebracht.

Da ich davon ausgehe, Herr Hansen, dass die Zeit das so nicht veröffentlicht, veröffentliche ich Ihren Artikel und diese Stellungnahme auf meiner eigenen WP. Sollten Sie in Ihre Heimat zurückkehren wollen, was ich vermute, jetzt, wo es in Europa wieder einmal ungemütlich werden könnte, nehmen Sie diesen Artikel ruhig mit und veröffentlichen ihn unter der von Ihnen empfundenen Pauschale „Psychopathischer Antiamerikanismus“.
Als Verfasser dieses Artikels autorisiere ich Sie persönlich dazu.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Paul-Wilhelm Hermsen
www.bisskultur.de

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