Notleidende Versicherungen

Ganz aktuell sind Versicherungsunternehmen damit beschäftigt, sich um einen Rettungsschirm zu bemühen. Die Banken haben ja bereits vorgemacht, wie das geht. Nur während z.B. in Griechenland der Sonnenschirm über die Hochfinanz ausgebreitet wurde, damit diese keinen Sonnenbrand bekommt, nimmt man in diesem Fall den Versicherungskunden die Regenschirme weg, und schenkt sie den Versicherungen, damit diese keine nassen Füße bekommen. Das Volk steht sowieso ganz unten, da sind nasse Füße völlig normal.

Worum geht es?

Der Gewinnanteil, um den es hier geht, ist enthalten in den noch nicht realisierten Gewinnerträgen, die in den jeweils jährlichen Mitteilungsschreiben der Versicherungen neben den bereits garantierten Gewinnerträgen ausgewiesen werden.

So argumentiert jetzt die Versicherungsseite!

Das heißt aber jetzt nichts Anderes, als dass die Kunden auf vertraglich zugesicherte Gewinnanteile verzichten sollen, damit die Versicherer während der Niedrigzinsphase keine Papiere verkaufen, also nicht an ihre Substanz, ihr Tafelsilber, gehen müssen und auf diese Weise die jährlich zugeteilten Zinsen alleine einstecken können.

Es geht also nicht darum, gemeinsam mit den Versicherten unbeschadet durch die Niedrigzinsphase zu kommen, wie sie glauben machen wollen, sondern selber in der Niedrigzinsphase noch ordentlich Kasse zu machen – zu Lasten der Versicherten.

Bedenkt man ferner, dass es hier um Verträge aus den goldenenJahren der Versicherungsbranche geht und nicht ausschließlich um Neuverträge, so kann man nur den Kopf schütteln. Die Branche betont, dass es ihr dabei um Staatsanleihen, festverzinsliche Wertpapiere, geht. Das sind Papiere mit langer Laufzeit und sicheren, fest kalkulierten, Zinsen, die – von wem sonst – vom Volk erwirtschaftet werden.

Unterstellt wird derweil eine Zinslast aus diesen Altverträgen in Höhe von 4% per anno. Das ist so nicht richtig! Das wurde vor dem Hintergrund der damaligen Verkaufsgespräche zwar als bis dahin , also in der Vergangenheit, erzielte, durchschnittliche, Zinsausschüttung auch für die Zukunft in Aussicht gestellt, aber eben nicht garantiert. Heute liegt die Zinsausschüttung nicht mehr bei 4%, sondern irgendwo zwischen 1,5 bis 2,5%, je nach Emittent und Laufzeit. Die diesbezüglichen Bewertungsreserven haben sich also vor dem Hintergrund der Niedrigzinsphase sozusagen halbiert.

Während nun die Versicherungen ihre Erträge in nahezu gleicher Höhe behalten wollen, sollen ihre Kunden darauf verzichten. Da dass so ohne weiteres nicht geht, müssen die Gesetze eben entsprechend angepasst werden.

„Pacta sunt servanda!“ – So heißt es zwar. Aber wer sich schon dem Grundgesetz nicht mehr verpflichtet fühlt, wie Herr Schäuble, der hat sicherlich im Verbund mit den restlichen Raubrittern seiner Zunft ein offenes Ohr für die Klagen der Finanzhaie.

Somit hat der Versicherungsnehmer das Problem der nassen Füsse, da z.B. im Falle von Immobilienfinanzierung abgeschlossene und als Sicherheit hinterlegte Verträge nun Löcher hinterlassen, die nachfinanziert werden müssen, womit sich das Zinsjoch, dem wir unterworfen sind, noch verlängert und vergrößert.

Das Volk wird also im Falle der Staatsanleihen doppelt beraubt.

  1. Die sicheren Zinsen der Staatsanleihen, welche durch das Volk erwirtschaftet werden, kosteten Arbeit, die jetzt nicht mehr in diesem Umfang vergütet wird.
  2. Die Zinsen werden den Konzernen gut geschrieben!

Die Früchte der Arbeit, die offenbar weniger wert ist, werden von Fleißig nach Reich umverteilt.
Die Mutti der Konzerne wird uns schon richten!

Die Fratze des Finanzsystems, welches von einigen wenigen Profiteuren erdacht worden ist, tritt besonders zutage, wenn man als Betroffener, der nunmehr in der Lage wäre, nach Rückkauf der Versicherung seinen Kredit sofort zu tilgen, um damit einen Teil seines Schadens auf die Banken abzuwälzen, sich die Frage zumuten lassen muss, ob man nicht wisse, dass man sich an bestehende Verträge, in diesem Fall Kreditverträge, halten muss.

Schulden tilgen, wenn man kann?
Wo gibt es denn so etwas?

Ob Mutti an so etwas überhaupt denkt?
Warum fragt sie vorher nicht mal Herrn Professor Andreas Voßkuhle, den Präsidenten des Bundesverfassungsgerichtes, ein spezieller Freund von Herrn Schäuble?

Die Banken pochen nämlich auf ihre Vorfälligkeitsentschädigung, eine Entschädigung für entgangene Zinsgewinne im Falle der vorzeitigen Kündigung, an deren Höhe sie freiwillig nicht rütteln lassen werden. Die Perversion des Zinssystems tritt dabei besonders deutlich in den Vordergrund. Man hätte zwar keine Schulden mehr, darf aber nicht tilgen, ohne die Bank für ihre entgangenen Restzinsen zu entschädigen.  Der Bürger wird zwar beraubt, darf aber an seinem Schaden die Banken nicht beteiligen.  Hier hat er zu verzichten, dort weiter zu löhnen.

Da sitzen 3 in einem Rettungsboot, nachdem das Schiff, also unser Staat, aufgrund der exponentiell ausufernden Zinsen schon längst unter gegangen ist. Die Bank, ein Versicherer und ein Kunde. Nun schlägt auch das Rettungsboot leck, es sind aber nur 2 Schwimmwesten vorhanden.

Ahoi!

 

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