Spiegelbild

Der Begriff Spiegelbild assoziiert mitunter durchaus interessante Reflexionen.

Der Spiegel, in dem man sich betrachten und das Bild, das man mit seiner Hilfe von sich machen kann. Spiegel und Bild haben dabei nichts mit der Wirklichkeit zu tun. Beide sind virtuell. Ein Spiegel zeigt dem Betrachter dessen linke Seite als seine rechte. Genau so verhält es sich mit einem Bild; derweil, stünde der Betrachter an seines Spiegels oder Bildes statt, vor sich selbst, Antlitz zu Antlitz, so sähe man seine linke oder rechte Seite definitiv als seine eigene, linke oder rechte, Seite. Indem man Jemandem seinen Spiegel vorhält, zeigt man ihm nicht sein wirkliches, sondern sein seitenverkehrtes Ich.

Diese Verkehrung gerät mitunter zur Verzerrung. Zum Beispiel empfinden sich Frauen beim Betrachten im Spiegel mitunter „zum Kotzen“, derweil Männer eher zur Überzeugung neigen, sie hätten einen Adonis vor sich.

Wer Spiegel und Bild vertraut, wird getäuscht; und man mag es kaum glauben, genau so verhält es sich mit den Bildern, welche uns zum Zwecke unserer Bildung durch die Medien dargereicht werden.

Journalisten zum Beispiel – sie haben die Pflicht, uns der Wirklichkeit oder die Wirklichkeit näher zu bringen, was in Anbetracht der Bilder, welche sie sich zunächst selber einmal davon machen müssen, wobei sie durchaus bereits einer Täuschung unterliegen können, ohne jeglichen Zweifel um ein Vielfaches erschwert wird.

Dennoch sollte man darauf zählen, dass Investigativjournalismus, wie ihn  „Der Spiegel“ in der Vergangenheit pflegte, nicht zum Plakativjournalismus, wie ihn die „Bildzeitung“ betreibt, verkommt, was leider der Fall ist, wie diese aktuelle Meinung, welche mit der Realität wenig bis nichts zu tun hat, zeigt. Da liegt der Schluss nahe, dass es sich beim Spiegel mittlerweile um einen bündelnden, zündelnden und schließlich Brand entfachenden, Hohlspiegel handelt. Und so konnte ich mir, obwohl des Themas eigentlich überdrüssig, nun doch einen Leserbrief an die Redaktion des Spiegels nicht verkneifen.

 

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