Klassenkampf

Wenn von Krieg gesprochen wird, ist damit in der Regel die bewußte, real stattfindende, physische, Zerstörung gemeint. Es kommen Waffen der Rüstungsindustrie zum Einsatz. Dieser Krieg ist gekennzeichnet durch eine Spur der Verwüstung, durch das blutsudelnde Abschlachten des beliebigen Gegners. Die jeweiligen Schlachtfelder sind bis auf weiteres ruiniert, eine Infrastruktur ist nicht mehr vorhanden. In den Kriegsgebieten gammelt das Leichenfleisch vor sich hin, dass es zum Himmel stinkt, und im Dunstkreis dieses Gestankes metzgern und stümmeln Ärzte und  Hilfspersonal, sofern vorhanden, ohne ausreichende Medikamente und Gerätschaften an Restleibern herum, von denen man annimmt, dass sie dieses Grauen noch irgendwie überleben werden.

Der Mensch ist so ziemlich das dümmste und brutalste Geschöpf, was die Erde hervorgebracht hat.
Trösten wir uns damit, dass seit Darwin dafür die Evolution verantwortlich zeichnet.

Denn laut Genesis sah der Schöpfer jedenfalls einen anderen Menschen vor, ein Ebenbild seiner selbst, perfekt in Liebe vereint, einen Mann reinen Geistes und eine Gehilfin nach seiner Art, beide in Harmonie mit sich selbst, Natur und Umwelt, ohne Furcht, aber im Bewußtsein, etwas ganz Außerordentliches geschenkt bekommen zu haben. Der Plan war gut. Sehr gut sogar. Wäre da nicht auf seiten der derart Beschenkten der unwiderstehliche Drang nach göttlicher Erkenntnis gewesen; und damit trennte sich der Weg dieser Geschöpfe von dem ihres Schöpfers, und etwas Neues, die Gier, brannte sich zum ersten Mal und im unverfänglichen Gewand der Neugier den Weg in die bis dahin ungetrübte Existenz und Lebensfreude der so Beseelten. Die göttliche Schöpfungseinheit zwischen Mensch, Natur und Umwelt zerbrach. Denn die Erkenntnis barg zugleich die gänzlich neue und äußerst schmerzhafte Erfahrung, dass die Hand, die einst nährte, auch schlagen und zerstören kann, dass Natur und Umwelt auch töten können.

Das Dilemma, sich seitdem zwischen Glauben und Wissen durch das Dickicht der Evolution schlängeln zu müssen – eine wahrlich zweifelhafte Erkenntnis und ein verdammt hoher Preis für einen Apfel.

Seit dieser Zeit sind Schmerz, Kampf und Krieg der ständige Begleiter der Menschheit. Nicht der Homo sapiens, sondern der Home serpens bevölkert also mittlerweile unseren Globus, und er unternimmt alles, um die stets zunehmende Entfernung zu seinem göttlichen Ursprung noch schneller noch größer werden zu lassen, als sie ohnehin schon ist. Es ist eigentlich wenig erstaunlich, dass unter den gegebenen Erfahrungen und Verhältnissen innerhalb der Menschheit in den Weiten des bisher überblickten Alls bisher kein vergleichbares Leben entdeckt worden ist. Vielleicht ist unser blauer Planet das letzte Geschenk auf unserer endgültigen Reise vom einstigen Paradies in die Verbannung, weit weg von vernünftigeren Kulturen, unter denen wir damit, Gott sei Dank, keinen Schaden mehr anrichten können.

Nicht nur der physische Krieg ist, Dank der Medien, seit Monaten unser täglicher Begleiter. Vielmehr haben es sich die gefährlichsten, gierigsten und damit erbärmlichsten Kreaturen unter den verlogenen Politikdarstellern des Westens samt ihrer Helfer und Helfershelfer in den bedeutensten strategischen Gremien und Institutionen bequem gemacht, um sich mit einem beispiellosen Raubzug gegen ihre eigenen Bevölkerungen und den Rest der Welt, durch Knebelverträge, Kriegsgeschrei und Krieg in den Besitz der restlichen Ressourcen zu bringen. Sie schrecken dabei vor nichts zurück und scheinen der Annahme zu folgen, dass sie aufgrund der Geldmengen, die ihre Finanziers dafür zur Verfügung stellen, zu den überlebenden Nutznießern gehören werden. Der Rest der angeblichen Geisteselite ist von einer unbefangenen Doofheit beseelt, dass man nur erschaudern kann.

Auch in den Konzernen, den unkontrollierten Geldsammelbecken der Hochfinanz, herrscht Krieg. Viele Angestellte aller Ebenen wissen bereits eine ganze Reihe von Klageliedern darüber zu singen, wie man erfolgreiche Unternehmen aus reiner Kapitalgier und aus geostrategischer Sicht erfolgreich vor die Wand fährt. Fressen oder Gefressenwerden, so will man uns weiß machen, sei die Alternative, ansonsten gäbe es keine.
Ein ganzes Netzwerk von äußerst gut bezahlten Wanderratten lebt mittlerweile ganz unverfroren davon, sich in den Dienst dieser Konzerne zu stellen, um existierende, gewerkschaftliche, Interessenvertretungen von Arbeitnehmern zu beseitigen oder ihre Entstehung erfolgreich zu verhindern. Mitarbeiter werden gemobbt, bedroht, gedemütigt, strafversetzt, mit dem Ziel, sie in die Resignation, die Depression, die freiwillige Kündigung zu treiben, um Rentenansprüche zu kürzen und Abfindungen  zu halbieren.

Das ist das Hohelied des Kapitals, über das Warren Buffet einst sagte:“Wenn in Amerika ein Klassenkampf tobt, dann ist meine Klasse dabei, ihn zu gewinnen!“
In Europa, in Deutschland, ist das nicht anders. Wollen wir uns das tatsächlich einfach nur weiter anschauen?

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