Gabriels Offenbarung

Politikdarsteller sagen selten, was sie wirklich denken. So geschehen auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, Januar 2015. Während einer öffentlichen Gesprächsrunde zum Thema TTIP sah sich der Erzengel der SPD, Sigmar Gabriel, folgenden Fragen ausgesetzt:

  • Sind Sie trotz der in Deutschland weit verbreiteten Kritik Befürworter von TTIP?
  • Wäre es in Anbetracht dieser Kritik nicht eventuell angebracht, das Freihandelsabkommen scheibchenweise umzusetzen?
  • Sollte man bei seiner Verwirklichung einen anderen Zeitplan verfolgen?

Zunächst wies Herr Gabriel darauf hin, dass Kritik schließlich nicht nur aus Deutschland, sondern u.a. aus Frankreich und Österreich zu vernehmen sei. Anschließend entwich ihm jedoch ein außergewöhnlicher Geistesfurz, der die Contenance der üblicher Weise über die Sorgen des gemeinen Volkes erhabenen, neoliberalen, Gesinnungsgesellschaft vorübergehend ins Wanken brachte.

Da war er raus, der Furz, und verbreitete seinen penetranten Gestank unerbittlich unter den zahlreich anwesenden Journalisten aus aller Herren Länder.  Mehr noch. Die unbeholfenen und von nervöser Körpersprache  begleiteten Bemühungen zum Zwecke der entschärfenden Relativierung der Duftnote setzten dem ganzen Possenspiel noch die Krone auf. Mitunter folgen nach einem großen Furz noch weitere kleine. So auch hier, da Herr Gabriel, zugleich Schleim absonderner Weise, feststellte:
„Wir sind ja hier schließlich unter uns, unter Freunden, und da könne ja manches mal zur Sprache kommen, was nicht für die Öffentlichkeit bestimmt ist.“

Herr Gabriel fühlt sich also nicht als Teil des reichen, hysterischen, gemeinen Volkes, sondern als Freund der Wirtschaft. Er vergisst aber dabei, dass er vom gemeinen Volk ein vorzügliches Salär erhält, verbunden mit der Aufgabe, dessen Interessen zu vertreten. Und er vergisst, dass das gemeine Volk die Wirtschaft trägt, mit teils harter, erschöpfender und, im Vergleich zu seiner, äußerst gering entlohnter Arbeit.

Möge Herr Gabriel auf dieser Schleimspur doch nicht nur ins Schlingern geraten, sondern endgültig aus rutschen!

Anschließend kann er sich für das doppelte bis vielfache Salär, im Kreise seiner von ihm geschätzten, neoliberalen, Gesinnungsgesellschaft, mit der Freundschaftspflege auch zugleich seinen eigenen Interessen widmen, ohne das hysterische Volk zu verraten.

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