Von Academi bis JSOC

In einem früheren Beitrag wurde bereits darauf hingewiesen, dass aus Gründen der Vereinfachung immer von den beteiligten Nationen in ihrer Gesamtheit gesprochen wird. So zum Beispiel, von den Amerikanern, den Israelis, Deutschland, Frankreich, oder noch allgemeiner und zugleich auch falsch, von den Russen. Dabei sollte man wirklich betonen, dass damit die innersten Machtzirkel der jeweiligen nationalen Akteure gemeint sind, keinesfalls aber die Völker, denen die hierzu durch nichts autorisierten Herrscher ihren teils extrem egoistischen Willen aufzwingen.

Zur Zeit wird diese Verallgemeinerung mittels einer Überarbeitung aller Blogbeiträge konsequent beseitigt. Ein erforderlicher Prozess, der im Rahmen der redaktionellen Arbeit auch erst einmal heran reifen musste. Die Gewinnung wichtiger Erkenntnisse einerseits und die Erzielung einer gewünschten Akzeptanz andererseits bedarf der Fairness. So soll bewusst hervor gehoben werden, dass Menschen, die aufgrund manipulativer Einflüsse entweder gar nicht aufgeklärt oder bewusst fehl informiert werden, nicht als Täter zu betrachten sind. Sie sind Opfer. Opfer ihrer eigenen Herrscher und werden damit genau so schnell zum Ziel von Kritik, Ächtung oder gar Verachtung, wie ihre eigenen Regierungen, welche zunehmend das Vertrauen ihrer Bevölkerungen verspielen.

Andererseits sollten sich auch die Bürger der betroffenen Staaten darüber klar werden, dass ohne eine bewusste Teilnahme am Staatswesen, entweder aus Desinteresse oder mangels Lust, ein Machtvakuum erzeugt wird, das dann durch die machtgeilen Volksverführer in Beschlag genommen wird. Daher ist eine Mitschuld am politischen Versagen oder den Egoismen derartiger Kreise nicht so ohne weiteres auszuschließen. Bildung bekommt man übrigens nicht immer gratis. Man ist schließlich für sich selbst verantwortlich. Dementsprechend muss man sich auch um die Bildung der eigenen Persönlichkeit selber bemühen.

Weltweit ist jedenfalls immer deutlicher erkennbar, dass diejenigen, welche dazu ausersehen sind, die Geschicke ihrer Völker zu lenken, sich früher oder später ausschließlich der Verwirklichung ihrer eigenen Interessen widmen. Sie wenden sich ab, erheben sich mit maßloser Arroganz über diejenigen, die ihre Macht dulden. Dabei zeichnet sich ab, dass sie konsequent gegen den Willen ihrer duldsamen Bürger Strukturen schaffen, hinter denen sie sich und ihre zum Teil äußerst miesen Absichten verstecken können. Alle Regierungen dieser Welt sind davon betroffen, unabhängig davon, welchem politischen Farbspektrum sie angehören. Die einen mehr, die anderen weniger. Ob sie dazu eine sogenannte demokratische Legitimation besitzen, spielt dabei absolut gar keine Rolle.

Es gibt eine deutlich erkennbare Trennlinie in allen modernen Gesellschaften. Auf der einen Seite dieser Trennlinie, in einem weitestgehend rechtsfreien Raum, dem Kapitol, lebt und handelt die Kaste der Mächtigen, auf der anderen Seite der Trennlinie, in den Distrikten, leben die restlichen Bürger. Die Kaste der Mächtigen versteht Verfassungen und Gesetze als ihr Werkzeug zur Kontrolle der Bürger in den Distrikten. Deshalb haben diese Rechtsnormen im Kapitol keine Gültigkeit, während die Bürger in den Distrikten Verfassungen und Gesetze als im Sinne eines funktionierenden Gemeinwesens für erforderlich und gültig halten.

Angehörige der sich selbst als politische Eliten betrachtenden Mächtigen der Völker gewähren folglich keinen Einblick in ihre ausbeutenden und betrügerischen Absichten. Das Instrumentarium, welches sie davor schützt, heißt Immunität. Diese kann aufgehoben werden, allerdings nur von Mitgliedern des Kapitols. Verlieren Mitglieder des Kapitols ihre Immunität, gelten auch für sie Verfassungen und Gesetze. Die Akteptanz dieser Realität wird bis heute nicht infrage gestellt. Sie ist offenbar gerade für Menschen ab eines gewissen, im übrigen aber näher unbestimmten, Grades an Intellekt zu banal, als dass man sie überhaupt für real existent halten könnte.

Neben dieser, bisher beschriebenen, bipolaren, Realität, der bisher beschrieben Prinzipalwelt (Wortschöpfung des Verfassers), hat sich ein Teil davon zu einer para(llel)militärischen dritten Macht entwickelt, einer sich jeglicher Kontrolle entziehenden Finanz- und Militärmacht. Dabei scheinen Finanzmacht und Militärmacht so ziemlich dasselbe zu sein. Parallelwelt deshalb, weil ihr sowohl Mitglieder des Kapitols, als auch Bürger aus den Distrikten angehören, was offenbar eine andere Logik erfordert, als in der Prinzipalwelt üblich ist. Sie genießen in ihrer Gesamtheit eine besondere, neue, heikle, Form der Immunität. Diese Immunität kann gemäß Selbstverständnis ihrer Angehörigen bisher nicht aufgehoben werden.

  • Denn zur Aufhebung der Immunität ist erneut gemäß des Selbstverständnisses der Immunitätsinhaber entweder ein übergeordnetes Gremium oder, in Ermangelung dessen, die Gesamtheit der Immunitätsinhaber erforderlich. Die aber ist nicht gegeben, weil es sich bei den Angehörigen des Kapitols, die zugleich Teil der Parallelwelt sind, nur um eine Teilmenge handelt.
  • Warum sollten Mitglieder des Kapitols die Immunität von Bürgern aus den Distrikten aufheben müssen, wenn es diese essentiell, also der Logik der Prinzipalwelt folgend, ja nicht gibt? Nur weil dieser Parallelwelt zugleich Kapitolmitglieder angehören?
  • Umgekehrt – warum sollten Kapitolmitglieder in der Parallelwelt ihre Immunität verlieren, die ihnen in ihrer Prinzipalwelt sowieso zusteht, solange sie sich dort nichts haben zu Schulden kommen lassen? Nur weil der Parallelwelt jetzt auch Distriktmitglieder angehören?

Ähnliches erleben wir zur Zeit auch außerhalb der militärischen „Kooperationsgenossenschaften“, zum Beispiel in der Welt der Konzerne, unter der Prämisse einer Neuordnung der Weltwirtschaft. Was mit CETA, TTIP und TISA beabsichtigt wird, ist nichts Anderes als die Schaffung einer rechtlich völlig unabhängigen Parallelwelt, deren Akteure eine nicht aufhebbare Immunität innehalten sollen, außerhalb jeglicher nationaler Einflussnahme. Das wiederum lässt erkennen, dass die Schöpfer beider Domänen, der militärischen, wie der nicht militärischen, demselben Uterus entstammen, der grenzenlosen Machtgier.

Damit nun einmal deutlich wird, wovon hier überhaupt die Rede ist, betrachten wir die militärische Variante dieser Parallelwelt und befragen zunächst Wikipedia, und zwar über Academi (ehemals Blackwater) und JSOC. Es sind jeweils die englischen Versionen hinterlegt, da sie eine ordentliche Menge mehr an Informationen enthalten. Von A wie Academi bis J wie JSOC hat sich diese Parallelwelt kontinuierlich entwickelt und ein Ende ist vorläufig nicht in Sicht.
Und vor diesem Hintergrund erscheinen sowohl die Sniper auf dem Maidan oder der Abschuss von MH17 im besonderen, als auch der Krieg in der Ukraine im allgemeinen, plötzlich in einem ganz anderen Licht. Denn warum sollte in diesem Konflikt nicht das möglich sein, was in anderen Konflikten sich eher als Regel denn als Ausnahme zu bestätigen scheint.

Was in der Parallelwelt alles möglich ist, zeigt folgender Film auf beeindruckende Weise. Hierzu ist es allerdings erforderlich, den Tunnelblick einmal grundlegend hinter sich zu lassen.

Dieser Filmbeitrag ist die Kurzfassung einer besonders im Original sehenswerten etwa 90 Minuten füllenden Dokumentation, welche sich auf eine intensive Recherche des in Amerika bekannten, amerikanischen, Investigativjournalisten und Kriegsberichterstatters Jeremy Scahill, neben dem britischen SnowdenVertrauten Glenn Greenwald und der US-Filmemacherin Laura Poitras der dritte Mitgründer von The Intercept, bezieht. The Intercept verfolgt dank des Kapitals des E-Bay-Gründers Pierre Omidyar das Konzept, missliebigen und unbequem gewordenen Journalisten eine monetär unabhängige Existenz zu ermöglichen, und kämpft an vorderster Front für Pressefreiheit und gegen die übliche Gängelung durch Systemmedien.

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